Franz-Josef Baldus im Interview

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Franz-Josef Baldus im Interview bei Karriere im Social MediaFranz-Josef Baldus ist erfolgreicher Unternehmer und ein Experte für Kurzvideos. Er lehrt an der JvM-Academy, ist Buchautor und ein gefragter Redner auf Kongressen. Mit seinem Snack-Content hat er ein spannendes Geschäftsmodell entwickelt und betreut Unternehmen wie Jägermeister, Fujitsu und Porsche.

 

 

Stell dich, deinen aktuellen Job und dein Unternehmen vor.

Ich sehe mich als kreativen Menschen und bin in der glücklichen Situation, diese Ader in meinem Beruf in allen Facetten ausleben zu können. Seit über 25 Jahren bin ich in der Werbebranche unterwegs. Stark geprägt haben mich auch die Jahre vor meiner Selbstständigkeit. Erst die Ausbildung zum Polizeibeamten, dann der Wechsel zur Kriminalpolizei und schließlich knapp sieben Jahre Kommissar bei der Kölner Mordkommission. Eine spannende Zeit. Aber der Drang, kreativ zu arbeiten, war größer. 1991, in einer Zeit ohne Internet, Facebook und YouTube, gründete ich mein Einzelunternehmen baldus werbeagentur. Ein paar Jahre später spezialisierte ich mich auf Immobilienkommunikation, meine zweite Agentur „immotional“ in der Rechtform der koelnkomm kommunikationswerkstatt gmbh war geboren.

Als Spezialist für Werbung und Marketing entdeckte ich früh die Potenziale der sozialen Netzwerke. Seit 2011 biete ich mit meinem spezialisierten Agenturzweig „koelnkomm socialmedia” passgenaue Social Media- und Content Marketing-Dienstleitungen an. Mein Steckenpferd sind Snack-Content Formate wie Kurzvideos, Cinemagraphs, Memes oder animierte GIFs. In der agentureigenen Snack-Content Academy gebe ich dieses Know-How gern weiter. Einfache und kostengünstige Snack-Content Produktion: Das interessiert immer mehr Menschen und Unternehmen.

Was sind die Hauptaufgaben in deinem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Einen typischen Arbeitsalltag gibt es eigentlich nicht. Ich bin sehr viel unterwegs, drehe für einen immer größer werden Kundenkreis Kurzvideos in Deutschland, aber auch im Ausland. Zu diesem Kundenkreis gehören inzwischen Unternehmen wie Coca-Cola, Fujitsu, Jägermeister oder Porsche.

Ich filme, fotografiere, denke mir Stories aus für animierte GIFs, Cinemagraphs, setze sie mit meinem kleinen Agenturteam um, Snack-Content halt. Häufig bin ich auch auf Events unterwegs und erstelle fast live Inhalte für die diversen sozialen Kanäle der Kunden. Nebenbei denke ich mir als kreativer Kopf der baldus werbeagentur und immotional neue Kampagnen für die dortigen Kunden aus.

Ganz wichtig in meinem Arbeitsalltag und meiner Freizeit ist es, in den sozialen Netzwerken präsent zu sein. Eine eigene Reputation auf Twitter, Instagram, Vine und Facebook aufzubauen ist ein wichtiger Teil meines Jobs im Social Web. Für mich bedeutet das, neben den Kundenaufträgen auch täglich für meine verschiedenen Netzwerke und für meinen eigenen Blog Content zu produzieren. Und zwar hochwertigen. Das ist meine Visitenkarte für mögliche neue Aufträge. Darüber hinaus hat meine Präsenz auf den sozialen Netzwerken auch einen Vorteil für meine Kunden: Wenn ich zum Beispiel ein Vine-Video drehe und es auf meinem Account mit über 20.000 Followern verbreite erhöht das die Reichweite meines Kunden.

Welchen Karriereweg hast du eingeschlagen, um dorthin zu kommen, wo du heute bist?

Ich habe mich mehrere Jahre lang intensiv auf meine Selbstständigkeit in der Werbebranche vorbereitet. Unter anderem mit einem Abendstudium „Kommunikationswirt“ an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation (WAK). Parallel dazu habe ich mich autodidaktisch weitergebildet. Gut so, denn wer im Social Media-Segment erfolgreich sein will, sollte in der Lage sein, sich schnell einzuarbeiten und immer wieder umzuorientieren. Ständig neue Trends, Apps, Netzwerke: Da ist ganz viel Eigeninitiative gefragt.

Meine Leidenschaft für Ultrakurzvideos ist dafür ein gutes Beispiel. Erst war es ein reines Hobby, dann eine Leidenschaft und heute ein erfolgreiches Snack-Content Format, mit dem meine Kunden ihre Zielgruppen erreichen.

Welche Fähigkeiten bzw. Studienabschlüsse sind in deinem aktuellen Job gefragt?

Eine Ausbildung im Bereich Kommunikation und Marketing ist sicherlich sinnvoll. Darüber hinaus ist ein gutes Näschen für Trends wichtig, ebenso die Flexibilität, darauf mit passenden Angeboten zu reagieren. Social Media-Manager müssen wissen, wo sie auf welche Weise ihre Zielgruppen erreichen. Anders als früher, als noch Flyer und Plakate die Werbewelt bestimmten, funktioniert die Kommunikation auf sozialen Netzwerken nach anderen Gesetzen. Ein Hype, der heute viele Menschen erreicht, kann morgen schon ein alter Hut sein.

Außerdem entwickeln sich die Netzwerke ständig, erweitern ihre Funktionalität und Möglichkeiten. Das müssen gute Social Media-Manager im Auge behalten, ganz gleich, in welcher Funktion sie arbeiten.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media Manager braucht?

Ein gutes Gespür für die Communtiy und die Fähigkeit, kreativen Content zu entwickeln. Zudem große Neugier und eine gewisse Freude am Experimentieren, also neue Apps, Programme oder Netzwerke auszutesten. Und bei allem das große Ganze, sprich die Ausrichtung der Gesamtmarketing-Strategie des Unternehmens im Auge behalten.

Was war aus deiner Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn deiner Laufbahn?

Erstens die Entscheidung, meiner kreativen Neigung nachzugeben und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Das war sicher der wichtigste Meilenstein.

Zweitens die Spezialisierung auf Snack-Content, für den ich eine große Zukunft sehe, denn die Inhalte im Netz nehmen zu, während die Konzentrationsfähigkeit abnimmt. Kurzer, schnell konsumierter und sich lange ins Gedächtnis einbrennender Content ist da eine adäquate Lösung.

Ich kann nur dazu raten, mit offenen Augen durch das Berufsleben zu gehen und auch mal den Mut zu haben, etwas komplett anderes zu machen, wenn man das Gefühl hat, es passt nicht mehr. Das Leben, gerade das berufliche, hat oft viel mehr zu bieten, wenn man seine Talente auslebt.

Welche Tipps würdest du Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Social Media interessieren?

Bevor man einen Beruf wählt, sollte man sich immer fragen: Was will ich? Welche Erwartungen habe ich? Social Media-Manager ist ein junger Beruf, für den es noch wenig spezifische Ausbildungangebote gibt. Für den Berufsalltag heißt das: Ein genaues Berufsbild ist nicht vorhanden, sondern die Aufgaben hängen häufig von der eingenommen Position ab. Als Angestellter eines Unternehmens steht die Betreuung der Community im Mittelpunkt. Im kleineren Unternehmen kann es auch passieren, dass ein Social Media-Manager ein „Mädchen für alles ist“, also auch zuständige für die Suchmaschienenoptimierung, Blogredaktion und das Monitoring. Und als Selbstständiger, so wie ich, müssen Social Media Manager noch übergeordnete Aufgaben übernehmen, damit das eigene Geschäft läuft.

Was spricht für und was gegen einen Job im Social Media?

Ein Social Media Manager oder besser gesagt, Menschen, die im digitalen Kosmos tätig sind, haben nie Langeweile im Job. Das Web lebt, atmet und verändert sich ständig. Das ist mit Sicherheit ein Vorteil. Und der Nachteil? Erfolgreiche Webworker sind immer „on“, auch in der Freizeit und am Wochenende. Vielleicht nicht für den Job, aber für die eigene Reputation. Das liegt nicht jedem.

Was war das Highlight in deiner bisherigen Karriere?

Es gab schon viele Highlights.

Wie stellst du dir  deinen weiteren Karriereweg vor?

Es bleibt spannend, denn die digitale Welt verändert sich weiter. Ich werde selbständig bleiben, die Spezialisierung auf Snack-Content ausbauen. Für mich wird deshalb das Arbeiten in Zukunft nie langweilig werden.

Auf welchen Social Media Kanälen bist du vertreten?

Facebook
Twitter
Vine
Instagram

Welche Social Media Kongresse / Messen empfiehlst du?

Social Media Week und  DMEXCO

Welche Social Media Fachbücher / Fachliteratur empfiehlst du?

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Franz-Josef Baldus im Interview

by Karriere im Social Media time to read: 5 min
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