Andreas Maurer im Interview

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Andreas Maurer von 1&1 im Experteninterview mit Karriere im Social MediaAndreas Maurer ist Head of Communication bei 1&1 und kümmert sich zusätzlich um die interne Kommunikation und den Social Media Auftritt. Wir haben den Kommunikationsexperten interviewt.

Stellen Sie sich, Ihren aktuellen Job und Ihr Unternehmen vor.

Mein Name ist Andreas Maurer und ich bin Head of Communication beim Internet- und Telekommunikationsanbieter 1&1. 1&1 gehört zum United-Internet-Konzern und ist in Deutschland wohl vor allem als Anbieter von DSL und Mobilfunktarifen bekannt. Daneben bietet 1&1 aber in zahlreichen Ländern auch Cloud-Dienste wie Webhosting und E-Commerce-Lösungen an.

Was sind die Hauptaufgaben in Ihrem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Zum einen kümmere ich mich um klassische Corporate-PR – also alle Themen, die nicht einem Produktbereich alleine zuzuordnen sind. Daneben verantworte ich die interne Kommunikation, das Thema Video-PR und bin für die unternehmensweite Koordination unserer Social-Media-Aktivitäten zuständig. Dieses breite Themenspektrum zeigt schon, dass es „den“ typischen Arbeitstag nicht gibt. Was in jedem Fall zum Alltag gehört ist der morgendliche Blick auf unsere Social-Media-Dashboards, um zu sehen, welche Themen aktuell relevant sind. Diese Analysen habe ich dann auch den ganzen Tag über im Blick.

Da wir die Social-Media-Aktivitäten bei 1&1 vor knapp zwei Jahren dezentralisiert haben, gehören zu meinem Alltag viele Gespräche und Abstimmungen mit Kollegen sowohl aus der PR-Abteilung als auch aus dem ganzen Unternehmen. Dabei geht es etwa um gemeinsame Kampagnen, mögliche neuen Plattformen oder technische Fragen zu einem unserer Tools.

Welchen Karriereweg haben Sie eingeschlagen, um dorthin zu kommen, wo Sie heute sind?

Ich habe ganz „klassisch“ Kommunikationswissenschaft und Journalismus studiert und bin dann über einen Studentenjob völlig ungeplant in der PR gelandet. Hier habe ich bei diversen Verbänden und Unternehmen gearbeitet, bei denen es immer in irgendeiner Form um Technik ging. Bei 1&1 bin ich seit 2003, wo ich 6 Jahre als Pressesprecher tätig war. 2009 habe ich dann die spannende Aufgabe bekommen, das Thema Social Media von null aufzubauen. Vier Jahre lang habe ich ein eigenes Social-Media-Team in der Pressestelle geleitet, bis wir uns entschlossen haben, die Online-Kommunikation in die Hände der PR-Teams zu legen.

Welche Fähigkeiten bzw. Studienabschlüsse sind in Ihrem aktuellen Job gefragt?

Der typische Einstieg in eine Social-Media-Rolle mit Schwerpunkt PR ist sicher ein Studium im Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaft oder Journalismus. Das ist aber kein Muss – auch Quereinsteiger aus Geistes- und Naturwissenschaften können sich hier gut schlagen, wenn sie entsprechende praktische Erfahrungen haben. Diese Erfahrungen, ob in Praktika, Studentjobs oder einem Volontariat gesammelt, wiegen in jedem Fall mehr als ein Studium.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media Manager braucht?

Social Media ist kein 8-Stunden-Job, den man abends ablegt. Wer erfolgreich sein will, muss auch privat aktiv in den verschiedensten Netzwerken aktiv sein. Social Media lebt von der Vernetzung – das heißt, ich muss offen für den Dialog sein und Spaß haben, mich mit anderen zu unterhalten, aber zum Beispiel auch, mich einmal zu streiten.

Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn Ihrer Laufbahn?

In meinem ersten Job habe ich in einer kleinen Verbandsgeschäftsstelle mit vier Kollegen gearbeitet. In diesem kleinen Team habe ich unglaublich viel Handwerkszeug gelernt und musste vor allem auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Eine andere wichtige Weichenstellung noch im Studium war sicher die Entscheidung, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Das hat nicht nur mein Englisch verbessert – ich war in den USA – sondern hilft mir heute noch beim Arbeiten in internationalen Teams.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Social Media interessieren?

Baut euch Profile in den wichtigen Social Networks auf, schreibt einen Blog, vernetzt euch. Nie war es so einfach, ein Portfolio für künftige Bewerbungen aufzubauen. Sammelt praktische Erfahrungen – vielleicht als ehrenamtlicher Social-Media-Manager in einem Verein, in Praktika, als Werkstudent. Und schaut euch möglichst viele Firmen und Jobs an. Denn „den“ Social Media Manager gibt es nicht.

Was spricht für und was gegen einen Job im Social Media?

Social Media ist spannend. Hier gibt es mehr als einmal im Jahr aufregende neue Entwicklungen, neue Plattformen – und alte, die verschwinden. Wer gerne kommuniziert und das nicht als Einbahnstraße betrachtet, dem wird ein Social-Media-Job Spaß machen. Wer Wert auf Sicherheit und Beständigkeit legt, wird sich wahrscheinlich weniger wohl fühlen – denn niemand kann sagen, wie die Social-Media Welt in einem Jahr aussieht. Ach ja, und etwas dickes Fell kann auch nicht schaden – denn der Ton kann auch mal etwas ruppiger werden.

Was war das Highlight in Ihrer bisherigen Karriere?

Mein größtes Highlight war sicher die Entwicklung der ersten Social-Media-Strategie von 1&1 und anschließend der Aufbau des ersten Social-Media-Teams Ende 2009. Das ist dann zufällig noch mit unserer großen Qualitätskampagne rund um den Leiter Kundenzufriedenheit Marcell D’Avis zusammengefallen – spannender hätte ein Social-Media-Start kaum verlaufen können.

Wie stellen Sie sich Ihren weiteren Karriereweg vor?

Da lasse ich mich gerne überraschen, so wie ich vor sechs Jahren überraschend ins Thema Social Media gestürzt wurde. In der Unternehmenskommunikation steckt so viel Dynamik, dass es sicher nicht langweilig werden wird.

Welche Social Media Messe / Kongress empfehlen Sie?

Zum Pflichtprogramm zählt für mich die re:publica – und da vor allem die Sessions, die einen auf den ersten Blick am wenigsten interessieren. Auf der Social-Media-Anwenderkonferenz SMAK war ich dieses Jahr zum ersten Mal, und fand sie sehr spannend. Als Messe ist mittlerweile die dmexco auch für Social Media ein guter Tipp, hier sind inzwischen sowohl die großen Plattformen als auch viele Dienstleister vertreten.

Welches Fachbuch / Fachliteratur empfehlen Sie?

Als deutschsprachige Einführung kann ich immer noch Social Media Relations von Bernhard Jodeleit und PR im Social Web von Marie-Christine Schindler und Tapio Liller empfehlen. Wen es eher in Richtung digitalen Kundenservice zieht, sollte unbedingt @YourService des ehemaligen Comcast-Cares-Kopfes Frank Eliason lesen.

Wo sind Sie überall präsent im Social Media?

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