Tanja-Denise Schantz im Interview

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Tanja Schantz von yourschantz social systems im Experteninterview mit Karriere im Social MediaTanja-Denise Schantz ist Inhaberin der Agentur yourschantz social systems in Meerbusch. Die Social Media und Online Marketing Managerin sowie zertifizierte Trainerin betreut Kunden im B2C und B2B Bereich.

Stell dich, deinen aktuellen Job und dein Unternehmen vor.

Mein Name ist Tanja-Denise Schantz und ich berate Firmen aus dem B2B und B2C im Bereich Online-Marketing. Dabei habe ich mich nicht nur auf ein Thema spezialisiert. Durch mein gewachsenes Netzwerk kann ich alles aus einer Hand anbieten. Motto: One Face to the Customer. Demnach habe ich mich nicht ausschließlich auf Social Media, Websites & Blog oder die Suchmaschinenoptimierung festgelegt. Um nachhaltig erfolgreich im Internet unterwegs zu sein, sollte man jedoch alle Möglichkeiten ausschöpfen und anbieten können.

Ich beschreibe Online Marketing immer wie ein Haus. Ein Haus ist nur dann komplett, wenn du einen Flur, Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und ein Badezimmer hast. Alles zusammen ergibt dein Haus. Für den Bereich Online Marketing definiere ich die Küche mit Social Media, das Wohnzimmer mit der Website und Blog, den Flur mit der Suchmaschinenoptimierung, das Schlafzimmer mit Analytics und das Badezimmer mit Grafik und Design. Wenn alle Räume ausgestattet sind, dann hat man eine runde Online Marketing Strategie. Das geht natürlich nicht alles auf einmal, sondern muss geplant sein und langsam wachsen.

Was sind die Hauptaufgaben in deinem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Mein Arbeitsalltag startet früh. Gemeinsam mit meinem Kaffee checke ich zunächst die Social Media Kanäle meiner Kunden und von mir. Wichtig ist dabei, dass ich auch mit anderen Social Media Kanälen interagiere. So ist das in Social Media: ein Geben und ein Nehmen. Danach arbeite ich meine To Do Liste ab, welche ich am Vorabend erstellt habe. Darin enthalten sind Themen wie Kampagnenplanung, Blog erstellen, SEO Optimierung, Redaktionsplanung, Dialog mit den Partnern, Analytics und Auswertung, Rücksprache Content mit Kunden, Vorbereitung Kundentermin, Content Recherche, etc.

Als Einzelunternehmerin bewältige ich diese Themen nicht alleine, sondern greife auf ein etabliertes Netzwerk zurück. Beispielsweise erstelle ich gerade zwei Websites und arbeite diesbezüglich mit meinem bewährten Team (Webentwickler, SEO Agentur, Grafiker) zusammen.

Welchen Karriereweg hast du eingeschlagen, um dorthin zu kommen, wo du heute bist?

Eine gute Frage. Ich war jahrelang im Vertrieb bei der Siemens AG im Bereich Information & Technology unterwegs. Damals wurde der Direktvertrieb eingestellt und ich hatte die Wahl freiwillig in eine Transfergesellschaft zu gehen. Ein Jahr Bezüge und Weiterbildungsbudget im 5-stelligen Bereich. Da habe ich nicht lange überlegt. Nachdem meine „ich-sammel-mich-jetzt-Phase“ vorbei war, habe ich den IHK-Kurs Social Media Manager bei Prof. Dr. Stefan Strauss absolviert. Danach war meine computerfreie Zeit vorbei. Kaum hatte ich auf Xing und LinkedIn angegeben, dass ich Social Media Manager bin, haben mich viele von meinen damaligen „Siemens-Kunden“ angeschrieben und um Rat gebeten. Aber noch war mein Jahr in der Transfergesellschaft nicht vorbei. Also habe ich die Ausbildung zum zertifizierten Trainer in Berlin gemacht und fast parallel den Online Marketing Manager bei der IHK in Düsseldorf.

Welche Fähigkeiten bzw. Studienabschlüsse sind in deinem aktuellen Job gefragt?

Zunächst einmal: ein Studium schadet nie. Gerade im Bereich Online Marketing gibt es viele neue Möglichkeiten, z.B. den Studiengang für angewandte Kognitions- und Medienwissenschaften am Campus Duisburg, den ich Dank eines Freundes mit Spannung mit verfolgen kann. Entscheidend ist aber auch der Bezug zur Praxis. Nichts ändert sich so schnell wie der Bereich Social Media. Ist heute ein Netzwerk noch hip, liegt es morgen schon am Boden. Da ist eine flexible Arbeitsweise gefragt. Ein unbedingtes Muss ist die Informationsbeschaffung. Man darf nicht im eigenen Saft schmoren,  sondern sollte sich ständig weiterbilden und sich auch mal an anderen orientieren. Eine ordentliche Portion Sympathie, gemischt mit Vertrauen ist ebenso gefragt, wie strategisches Denken und Kreativität.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media Manager braucht?

Die wichtigste Eigenschaft die ein Social Media Manager benötigt ist, sich in einen Kunden hineinversetzen zu können. Ein Social Media Manager muss wissen, was den Kunden antreibt, was ihn bewegt, wo er Hilfe braucht. Kurzum geht es nicht darum, dem Kunden in den Social Media Kanälen einfach etwas zu verkaufen, sondern echte Mehrwerte zu bieten. Sei es auf der Beziehungsebene oder auf der Sachebene. Kundendialog ist sehr wichtig. Das gilt in der Online- wie in der Offlinewelt. Die Kunst dabei ist es, beides optimal miteinander zu verknüpfen.  Generell ist die Strategie von Fall zu Fall verschieden. Jedes Produkt oder Angebot spricht eine spezielle Zielgruppe an und bedarf einer spezifischen Herangehensweise. Ein Social Media Manager muss in der Lage sein, die Balance zwischen der Anforderung des Auftraggebers und Erwartungen der User in den Social Media Kanälen zu halten. Dafür braucht man Durchsetzungsvermögen, Geduld und manchmal auch Überzeugungskraft.

Was war aus deiner Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn deiner Laufbahn?

Ohne eine gesunde Portion Optimismus, Selbstvertrauen und das Thema Social Media, hätte ich damals den Schritt in die Selbstständigkeit nicht gewagt. Ein „Säckel“ mit zukünftigen Aufträgen hat mich natürlich noch zusätzlich motiviert.

Welche Tipps/Ratschläge würdest du Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Social Media interessieren?

Zuallererst würde ich ihn beglückwünschen, denn es gibt nicht spannenderes, abwechslungsreicheres und innovativeres als den Bereich Online Marketing. Ich würde den Kandidaten gezielt fragen, ob er wirklich für das Thema „brennt“, denn eine Sparflamme gibt es nicht im Online-Bereich. Wenn er wirklich aufgeschlossen ist, würde ich ihm den Tipp geben, sich ein Netzwerk aufzubauen, Recherche zu betreiben und sich das beste Stück vom Kuchen zu schnappen. Er sollte darüber informiert sein, wie andere Kollegen Online unterwegs sind, aber er soll sich dabei immer selber treu bleiben und seinen eigenen Weg gehen.

Was spricht für und was gegen einen Job im Social Media?

Für einen Job im Social Media spricht die Schnelllebigkeit der Netzwerke, die Neuerungen, die Informationsbeschaffungen, der Dialog und die Entwicklungen. Dafür spricht auch die gesteigerte Lernfähigkeit, denn fast täglich gibt es neue Erkenntnisse mit denen man mitwachsen kann.

Dagegen spricht eindeutig, dass das Privatleben darunter leiden kann. Hier ist die größte Disziplin erforderlich.

Was war das Highlight in deiner bisherigen Karriere?

Definiere Highlights. Das ist schwer zusammenzufassen. Ein Highlight in meiner Karriere sind sicherlich die Menschen, die ich kennengelernt habe. Ganz besonders unsere Social Media „Emoji“ Truppe. Wir stehen im täglichen Dialog, gehen gemeinsam auf Online-Events und besuchen auch mal „ganz analog“ Städte.
Kunden sind für mich immer ein Highlight und so werden die Projekte auch behandelt. Für mich ist jeder Auftrag ein Vertrauensvorschuss und damit ein Highlight. Die Entwicklung der Kunden ist dabei besonders interessant. Es gibt bei jedem Kunden etwas zu tun und wenn der Kunde das selber erkennt, habe ich alles richtig gemacht.

Welches Fachbuch / Fachliteratur empfiehlst du?

Ich empfehle die Bücher von Galileo Computing „Think Content“ und „Social Media für Unternehmer“. Allerdings ist der Bereich Online Marketing so schnelllebig, dass man sich besser ausführlich Online oder auf Veranstaltungen informieren sollte.

Wo bist du überall präsent im Social Media?

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