Eric Spruth im Interview

Veröffentlicht am von

Eric Spruth im Experteninterview auf Karriere im Social Media

Eric Spruth im Experteninterview auf Karriere im Social Media

Eric Spruth ist eigentlich Kommunikationsmanagement Student, betreibt aber erfolgreich einen Social Media & Content Marketing-Blog. Darüber hinaus erreicht er als Inhaber des Braunschweiger Lokalmagazins „BS-Feed“  wöchentlich ca. 15.000 Menschen im Braunschweiger Land. Die redaktionelle Planung, Ausgestaltung und sozial-mediale Verbreitung des Magazins sind neben dem Studium zurzeit sein Hauptaufgabengebiet.

 

Stell deine aktuellen Projekte kurz vor.

Die Idee zu „BS-Feed“ kam mir im Sommer 2015, als ich die aktuellen Szene- und Lokalmagazine der Stadt Braunschweig analysierte. Besonders Veranstaltungs- & Nachtclubnews waren damals die vorherrschenden Themen der Magazine. Ich wollte mich von dieser redaktionellen Linie bewusst abgrenzen und vor allem unterhaltende und teilenswerte Inhalte für die Zielgruppe der 18-34-jährigen bieten. Mein Hauptthemengebiet des Blogs liegt dagegen auf Social Media & Content Marketing. Ich publiziere wissenschaftlich aufgearbeitete Themenkomplexe aus dem Masterstudium (Kommunikationsmanagement), interviewe Instagramer, Youtuber & Snapchatter etc. und Persönlichkeiten aus dem Kommunikations- und Marketingbereich.

Was sind die Hauptaufgaben in deinen Projekten? Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Zurzeit bin ich nur privat im Social-Media-Bereich unterwegs. Die Arbeit an meinem Blog und Lokalmagazin kann ich mir dadurch natürlich selbst einteilen. Einen Redaktionsplan nutze ich für beide Projekte aber nicht. Die Inhalte erstelle ich relativ spontan, um die aktuellen Trends & Themen bedienen zu können. Besonders mit „BS-Feed“ reagiere ich tagesaktuell auf das Braunschweiger Stadtgespräch, dass ich durch Monitoring in den verschiedenen sozialen Netzwerken filtere und aufbereite.

Welchen Karriereweg hast du eingeschlagen, um dorthin zu kommen, wo du heute bist?

2011 habe ich mich für ein Bachelorstudium im Bereich Mediendesign entschieden, welches meine Fähigkeiten vor allem im kreativen & grafischen Denken vorangebracht hat. Durch unterschiedliche Praktika, u.a. bei der Volkswagen AG, aber auch durch meine persönlichen Projekte konnte ich mir sehr gute Social Media Skills aneignen. Trotzdem fühlte ich mich noch nicht „ready“ für den Arbeitsmarkt. 2015 folgte das Masterstudium Kommunikationsmanagement, welches mir den Blick geöffnet hat, das gesamte Themenfeld sozial-medialer Kommunikation auch gesamtgesellschaftlich einordnen zu können. Dieser Schritt war meines Erachtens einer der wichtigsten in meinem Leben. Ich möchte Social Media nämlich nicht nur aus der Unternehmenssicht, sondern auch aus einer soziologischen bzw. kommunikationswissenschaftlichen Sicht heraus betrachten.

Welche Fähigkeiten bzw. Studienabschlüsse sind in deinem aktuellen Job gefragt?

Das Phänomen „Social Media“ ist ja mittlerweile schon etwas länger präsent, mittlerweile gibt es viele zertifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten. Trotzdem sollte ein guter Social Media Manager auch einen kommunikationstheoretischen Background haben, um überblicken zu können, welchen Einfluss die Nutzung von Social Media auf die Bevölkerung haben kann.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media Manager braucht?

Egal, ob ein Social Media Manager in einer Agentur oder einem Unternehmen arbeitet, er muss die Zielgruppe seiner Kunden bzw. seines Unternehmens genau kennen. Nur weil ein bestimmtes soziales Netzwerk gerade „en vogue“ ist bedeutet das noch lange nicht, dass es auch für den jeweiligen Auftraggeber einen Mehrwert bereithält. Dem Social Media Manager sollte zudem bewusst sein, dass jedes soziale Netzwerk seine eigene Nutzungsgewohnheit mitbringt. Ein Nutzer, der auf Facebook unterwegs ist, will Nachrichten konsumieren oder unterhalten werden. Jemand der gerade Instagram nutzt, will beeindruckende Fotos & Videos sehen. Für mich ist es deshalb kontraproduktiv, die gleichen Inhalte auf Facebook, Instagram, Snapchat, YouTube usw. zu veröffentlichen. Ein Social Media Manager sollte zudem hin und wieder einmal die Konsumentenbrille aufsetzen und sich fragen, ob der Content, den er produziert wirklich relevant ist. Die Konsumenten sind nämlich nicht wegen des Unternehmens in den jeweiligen Netzwerken, sondern wegen ihrer sozialen Kontakte, das Vergessen viele. Natürlich muss ein Social Media Manager, um diese ganzen Aspekte umsetzen zu können auch innerhalb des Unternehmens viel Überzeugungsarbeit leisten.

Was war aus deiner Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn deiner Laufbahn?

Mein Bachelor- als auch Masterstudium sowie meine vielen Praktika waren wohl die wichtigsten Weichenstellungen. Trotzdem hat bei mir auch das Eigeninteresse eine große Rolle gespielt. Mich faszinieren soziale Medien einfach brennend. Wir leben zudem in einer der spannendsten Zeiten, die geprägt ist von vielschichtigen medialen Umbrüchen. Zuletzt in ähnlicher Ausprägung war das nach der Erfindung des Buchdrucks zur Mitte des 15. Jahrhunderts so. Diese Erkenntnis bringt einen schon ins Staunen.

Welche Tipps würdest du Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Social Media interessieren?

Erstellt euch eine eigene Facebookseite, benutzt Instagram, Snapchat oder startet ein eigenes YouTube-Magazin. Probiert aus, lernt und geht in Interaktion mit euren Followern. Lest bloß nicht zu viel „How-To“-Literatur, sondern werdet selbst zum Akteur. Aber hinterfragt auch was ihr tut. Ihr habt ein mächtiges Tool zur Verfügung, wovon frühere Generationen nur träumen konnten. Benutzt es weise und seid euch bewusst, was ihr anrichten könntet.

Was spricht für und was gegen einen Job im Social Media?

Die Arbeit im Social-Media-Bereich ist abwechslungsreich, kreativ manchmal auch nervenaufreibend aber vor allem unglaublich spannend. Negativ ist vor allem die Schnelllebigkeit. Inhalte überleben auf den unterschiedlichen Plattformen nicht länger als einen Tag. Die Entwicklung neuer und spannender Inhalte ist daher eine fortwährende Aufgabe.

Was war das Highlight in deiner bisherigen Karriere?

Im März 2016 wurde ein Meme von mir über den Bachelor (RTL) auf Facebook „viral“ und erreichte ca. knapp vier Millionen Menschen. Das war schon ein tolles Gefühl. Auch der Erfolg mit „BS-Feed“ macht mich stolz und zeigt, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Wie stellst du dir deinen weiteren Karriereweg vor?

Mein Studium endet im September 2017. Gerne würde ich in einem Unternehmen/Agentur in der Region Braunschweig-Wolfsburg im Bereich Marketing/Kommunikation/Social Media arbeiten. Bei Interesse können Sie mir gerne schreiben an eric.spruth@web.de

Auf welchen Social Media Kanälen bist du vertreten?

Facebook

Twitter

Instagram

Snapchat: ericspruth

Blog

Welche Social Media Kongresse / Messen empfiehlst du?

Online Marketing Rockstars, re:publica, Rock the Blog, Social Media Week Hamburg.

Welche Social Media Fachbücher / Fachliteratur empfiehlst du?

Jules Verne – Ein Tag aus dem Leben eines Journalisten im Jahre 2889. :)

nach oben

Eric Spruth im Interview

by Karriere im Social Media time to read: 4 min
0