Adolf Barthenheier im Interview

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Adolf Barthenheier von handwerkernet.de im Experteninterview auf Karriere im Social Media

Adolf Barthenheier gründete bereits 1999 das Branchenverzeichnis www.handwerkernet.de und gehört somit zu den Vorreitern im Online Marketing. 2013 setzte er eine Weiterbildung im Social Media oben drauf, um seinen handwerklichen Kunden noch besser das Social Web erklären kann. Im Interview nimmt er uns mit auf die spannende Geschichtsreise seiner Website.

 

 

Stell dich, deinen aktuellen Job und dein Unternehmen vor.

Ich bin Gründer und Inhaber des Branchenverzeichnisses www.handwerkernet.de. Mein Name ist Adolf Barthenheier. Ich bin gelernter Bäckermeister. Auf der Seite www.handwerkernet.de biete ich seit 1999 Handwerksfirmen/Unternehmen einen kostenlosen Eintrag ihrer Webseiten an.

Durch diese Website sind zahlreiche Kontakte zu meinen Nutzern entstanden, die auch immer wieder Fragen zu den sozialen Netzwerken stellen. Um meinen Nutzern einen Mehrwert zu bieten, habe ich mich schon damals mit den verschiedensten „sozialen Netzwerken“ beschäftigt, und so entstand mit den Jahren ein weiterer Bereich, den ich offiziell mit in mein Dienstleistungsangebot aufnehmen konnte. Heute nennen wir diesen Bereich Social Media.

Was sind die Hauptaufgaben in deinem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Mein Arbeitstag beginnt sehr früh.

Zuerst verschaffe ich mir immer einen Überblick über meine Post und alle laufenden Aktionen, die ich im Netz betreibe. Ganz wichtig sind für mich dabei meine Social-Media-Kanäle. Danach arbeite ich meinen Tagesplan ab. Dieser ist immer wieder mit ganz verschiedenen Aufgaben aufgestellt. Dabei geht es unter anderem um fertige Ausführungen an Kunden zu übergeben, vorbereitete Sachen zu vervollständigen, Texte zu besorgen oder für die Suchmaschinen zu optimieren, Postings vorzubereiten und zu versenden. Statistiken und Auswertungen, Controlling meiner Projekte etc. gehören ebenfalls zu meinen täglichen Aufgaben.

Langjährige freie Mitarbeiter aus meinem Netzwerk unterstützen mich bei einigen Arbeiten. Vor allem die Wartung und Pflege des technischen Hintergrunds meines Brancheverzeichnisses, der immer wieder auf den aktuellsten Stand gebracht  werden muss, habe ich schon seit längerer Zeit an einen zuverlässigen Partner weiter gereicht.

Welchen Karriereweg hast du eingeschlagen, um dorthin zu kommen, wo du heute bist?

1999 ging www.handwerkernet.de mit 200 Firmeneinträgen ins Netz. Innerhalb weniger Wochen wurden aus 200 Einträgen ca. 2.000 Einträge. Durch dieses Branchenverzeichnis entstanden zahlreiche Nutzerkontakte, wodurch auch u.a. ein reger Meinungsaustausch zum Thema soziale Netzwerke entstand.

Daraus hat sich mein Interesse an Social Media immer weiter entwickelt, so dass ich heute auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

Um mehr über die strukturellen Voraussetzungen zum Thema Social Media zu erfahren, habe ich 2013 an einer Zertifizierungsmaßnahme zum Social-Media-Manager (IHK) bei Prof. Dr. Stefan Strauss teilgenommen und erfolgreich absolviert.

Welche Fähigkeiten bzw. Studienabschlüsse sind in deinem aktuellen Job gefragt?

Ein Studium in dieser Richtung bringt mit Sicherheit viele Vorteile, besonders wenn es darum geht, die Zusammenhänge und Reaktionen der Nutzer im Netz zu verstehen. Hätte ich heute die Wahl, würde ich ein Studium der Medienbranche und dazu als Nebenfach Psychologie wählen.

Gute Menschenkenntnisse sind in diesem Job auf jeden Fall von Vorteil. Kontaktfreudigkeit ist eine weitere Fähigkeit, die in diesem Job eine Hilfe sein kann.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media Manager braucht?

Die Eigenschaften wie Wertschätzung, Zuverlässigkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit und Loyalität zum Kunden verstehen sich ja wohl von selbst.

Ganz wichtig ist die Eigenschaft, sich mit einem Kunden und seinem Unternehmen auseinandersetzen zu können. Ein hohes Maß an Vertrauen muss aufgebaut werden. Sehr vieles muss abgefragt und hinterfragt werden, um genau zu wissen, was dem Kunden am wichtigsten ist. Dazu gehört auch, welche Ziele der Kunde mit seinem Projekt erreichen möchte und welchen Zeitrahmen er diesem Projekt einräumt. Umso besser ich das Unternehmen des Kunden kenne, umso sicherer kann ich planen und dann auch das gewünschte Ziel erreichen.

In unserem Job geht es nicht um den schnellen Verkauf, um kurzfristigen Gewinn zu machen, hier geht es um Langfristigkeit. Also muss ich ein tragbares, stabiles Fundament für ein langfristiges Projekt planen. Wer hier auf Sand baut, hat sein Investment verloren. Geduld und Ausdauer sind ebenso wichtige Eigenschaften, die man für diesen Job braucht. Eigenschaften wie zum Beispiel Egoismus, Neid oder im Mittelpunkt stehen zu wollen, auch gegenüber von Mitbewerbern, sind in diesem Job überhaupt nicht gefragt.

Auch wenn man mit seinen Mitbewerbern nicht immer in Kontakt steht, so sollten sich doch alle Mitbewerber über eins klar sein! Wir haben das Glück und dürfen nicht nur einen neuen Markt, sondern auch einen neuen Berufsstand vertreten. Wir haben es in der Hand, wie sich dieser noch junge Beruf im Netz widerspiegelt und welche Wertschätzung wir damit beim Kunden erreichen.

Was war aus deiner Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn deiner Laufbahn?

Da liefen einige Faktoren zusammen. Die hauptsächliche Weichenstellung war, dass ich ein anfängliches internes Projekt unter dem Namen www.handwerkernet.de öffentlich ins Netz stellte.

Welche Tipps würdest du Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Social Media interessieren?

Genau prüfen, ob er/sie wirklich die dafür verschiedensten Voraussetzungen besitzt oder dazu bereit ist, diese zu erlernen. Ich bin da ja hineingewachsen und habe über die Jahre den Umgang mit neuen Techniken gelernt und Erfahrungen gesammelt, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann.

Bei Kandidaten, die aus einem ähnlichen/verwandten Bereich kommen, ist dieser Job bestimmt interessant. Diese Kandidaten sind zumindest daran gewöhnt, dass sich das Netz mit immer noch schnellerem Tempo ständig verändert.

Was spricht für und was gegen einen Job im Social Media?

Langjährige Erfahrung im aktiven Netzwerkeln und Freude an dieser Arbeit sprechen für diesen Job. Man muss Spaß an der Sache haben, man muss diesen Bereich leben und andere Menschen begeistern können.

Wer diese Fähigkeiten nicht bei sich ganz oben in seiner Bestenliste findet, dem würde ich einen anderen Job empfehlen. Letztendlich hat ja jeder Mensch seine eigenen speziellen Fähigkeiten.

Was war das Highlight in deiner bisherigen Karriere?

Oh, da gibt es einige! Doch mit Sicherheit sind es meine Kunden, die ich ganz oben auf der Liste stehen habe. Wenn ich in Zusammenarbeit mit einem Kunden die gesteckten Ziele erreiche, dann ist das für mich immer ein Highlight. Der Kunde hat sich in Zusammenarbeit mit mir eine zusätzliche Stütze zu seinem Unternehmen aufgebaut, die er selbst steuern kann. Wenn ich dieses Ziel mit einem Kunde erreicht habe, dann ist das schon etwas Besonderes für mich.

Natürlich stehe ich meinen Kunden auch weiterhin bei allen Fragen zur Seite und kann auch, wenn er dies wünscht, einen Teil der weiteren Betreuung übernehmen. Einer der größten Erfolge aus der Vergangenheit, war wohl unser in 2001 erstes eigenes in PHP geschriebenes Blogsystem. Das war für uns einer der wichtigsten Meilensteine für die weitere Planung.

Wie stellst du dir  deinen weiteren Karriereweg vor?

Das Netz verändert sich ständig und dass mit immer schnellerem Tempo. Die Technik kennt kein Tempolimit und keine Grenzen. Was heute noch ein Top ist, kann über Nacht schon zum Flop geworden sein. Mein gesetztes Ziel ist es, dass ich weiterhin den wichtigsten Änderungen folgen und somit meinen Nutzer- und Kundenstamm weiter ausbauen kann.

Auf welchen Social Media Kanälen bist du vertreten?

Google+
Twitter
Facebook
Instagram
XING
Linkedin

Welche Social Media Kongresse / Messen empfiehlst du?

Da gibt es einige, die Bitkom ist wohl einer der wichtigen Messen in unserem Bereich. Für mich persönlich kommen dann die Messen zum Handwerksbereich.

Welche Social Media Fachbücher / Fachliteratur empfiehlst du?

Bücher sowie Blogs zum Thema sind für mich ein Muss! Doch das Netz ist so schnell, dass man nicht immer auf Bücher warten kann. Im Netz ist Vorausschauen angesagt, sowie es die Autoren der Bücher ja auch im Netz meist praktizieren und sich dann die Mühe machen, uns die Ergebnisse in ihren Werken oder auf einem Blog zu präsentieren.

Aus wirklich guten Fachbüchern kann ich je nach Fakten/Daten/sowie Aufzeichnungen etc. in Kombination mit meinem eigenen Wissen erfahren, wohin die Reise gehen könnte. Gute Bücher sind für mich auch u.a. besondere Messgeräte. Daran kann ich ein wenig erkennen, ob ich in der vergangenen Zeit den richtigen Weg eingeschlagen habe, oder ob ich hier oder da gegensteuern muss.

Meine Tops zur Fachliteratur sind u.a.:

  1. Social Media für Unternehmer von Claudia Hilker
  2. Social Media Manager im Beruf Praxisratgeber für erfolgreiches Social Media Management von Inga Palme und Natascha Ljubic
  3. Der Internet-Marketing-Plan für Handwerksunternehmen von Volker Geyer

Da gibt es schon einiges, Bücher von Gary Vaynerchuk sind auch nicht zu vergessen. Ich glaube, er war einer der Ersten, der Social Media lebt.

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Adolf Barthenheier im Interview

by Karriere im Social Media time to read: 6 min
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